Zur Startseite

Elisabeth Luchesi

Malerei
27./28. August · Kunstpunkt 177
Martinstraße 58 · Initiativenhaus
zur Karte

ohne Titel  2022 · Ölkreiden auf Papier · DIN A4

Den Bildern auf den Spuren

Als es mir zu langweilig geworden war, dem Narziss bei Spiegelstudium zuzusehen, kniete ich mich neben ihn und schaute neugierig ins Wasser. Doch dort war nichts zu sehen. Kein Bild von ihm, aber auch kein Bild von mir. Und obwohl ich mich so dicht an ihm befand, war er doch unerreichbar.

So war die Szene und die Stimmung im Traum bzw. was davon erinnerbar war beim Aufwachen. Im Laufe des Tages kam in mir das damit verbundene Gefühl immer wieder auf, und ich dachte schließlich, es müsse etwas mit meiner Malerei zu tun haben. Aber was genau? Bei der sog. „automatischen“ Malerei versucht man z.B. die Kontrolle weitgehend abzustreifen, um einen direkten Zugang zu den eigenen Empfindungen, die sich in Rhythmen und Farbkonstellationen ausdrücken, zu bekommen.

Geht es in der Traumszene irgendwie darum, dass es eine Ähnlichkeit gibt zwischen dem narzistischen Spiegel-Blick und der direkten Malaktion, in dem Sinne, dass man damit ein authentisches Bild erhalten will? Also kein Abbild von etwas, sondern um ein Etwas vor dem Bild? Vor der Abgeschlossenheit des Bildes?

Die Suche beginnt. Das Spiel ist eröffnet.