BLOOM

11.-13. September
Kunstpunkt 24
Offraum Freitag bis Sonntag
Birkenstraße 56
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bloomduesseldorf.de
instagram.com/bloom_duesseldorf
„Du interessierst dich für die Tiere Marokkos? – fragte der Sicherheitsbeamte den Künstler – während eines informellen Verhörs an der frischen Luft. Ja, antwortete der Künstler, ich sammle Tierkadaver, koche sie aus und fertige Zeichnungen der Skelette an. Das Künstlerduo – Sarah Müller/David Wagner – Grafiker, Fotografen, Filmemacher, Bildhauer, Ex-Schamanen, Ökologen des Unheimlichen, Architekten des Deliriums, Weltzeugen im Rausch des Wachseins – bekannt als „STRONZOFILMS“ – weitgereist in der Äußeren Welt, vielgewandert im Inneren Raum, beschwören eine Hölle – Made In Heaven – und identifizieren sich mit dem Niedrigsten, dem Bakterium, den harten Tatsachen, der Verstoffwechselung der Welt.“
Kenne dich selbst als Tier! – schreit ihre Kunst – eine Autobiographie heiliger Parasiten, florierend auf dem verwesenden Gesellschaftskörper. Anormales Territorium, Sperrzonen, konkrete Weltanblicke: Tod, Sex, Ornamente und Verbrechen – werden durch den rohen Blick, durch den Filter der ästhetischen Distanz, durch eine gewisse freiwillige Blindheit, die für jede Schöpfung grundlegend ist – im Atelier, auf dämonischem Gebiet, mittels künstlerischer Verwandlungskraft im Werk gesteigert, und als Sonden, abgeschossen ins Lustzentrum des Hirns.
Der Kunst wird etwas von der ungeheuren Geräumigkeit mitgegeben, die sich zu ihr zusammengezogen hat, von der endlosen Ödnis, der das Individuum ausgesetzt ist. Ich als Amöbe; Der Mensch als Korallenpolyp, der riesige mineralische Wundergebilde baut, damit der Mond sie nach seinem Tod bescheint. Funde als Werke, Werke als Rohstoffe, abgelegtes Material, Werkzeuge, Dreck auf Leinwand, veröffentlichte Unfassbarkeit und Falschmünzerei – wahre Falschheit statt falscher Wahrheit. In Werkstätten in Düsseldorf, Wuppertal oder Fes – Labore verrückter Erfinder – in denen sich fremde Gäste, Formen und Mitarbeiter nur so tummeln, sind die Künstler praktische Sprengmeister und unruhig-formlose Schwebewesen im Angesicht kosmischer Schrecken zugleich. Anhand ihrer Objekte durchmessen sie eine Weite, eine Vielheit der Vielheiten – zynisch, hart, sinnlos – und äußern Zweifel an der Bewohnbarkeit der Welt – mit dem aggressivsten Pathos gottloser Totalverweigerer – bis jedes menschliche Gefühl versagt, mit Ausnahme der Faszination, des Ja-Sagens zur Anti-Realität der Kunst; Kunst als einzig denkbare Erlösung einerseits – als asoziale Erscheinungsform eines rein formalen Freiheitsbegriffs andererseits. Die Welt, sagen die Künstler, läuft gut!