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Katharina Janz

Bild der Teilnehmerin Katharina Janz

was mich hielt2026 · Öl, Tusche, Baumwolle, glasierte Keramik, Seil, Seide · ca. 210 x 100 x 100 cm

Malerei · Textilkunst · Objekt
12./13. September
Kunstpunkt 98

Wiesenstraße 21
Studio Janz, Gebäude A ll
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instagram.com/studiojanz
katharinajanz@icloud.com

Im Fokus steht die Frage, wie tradierte weibliche Rollenbilder und sozialistische Normative auf Körper, Gestik und das emotionale Erbe hinsichtlich Anpassung, Fürsorge und Leistungsanspruch nachfolgender Generationen einwirken. Als Nachfahrin einer russlanddeutschen Familie verarbeite ich eine Identitätshistorie, in der Konformität und die Wahrung von Harmonie als transgenerationale Überlebensstrategien fungierten.

Ein wesentliches Referenzsystem bildet die Formensprache der Chochloma-Malerei. Diese ornamentale Volkskunst wurde in der Sowjetunion ideologisch instrumentalisiert, um eine „ewige“ kulturelle Kontinuität zu suggerieren, die individuelle Differenzen ästhetisch überdeckte. Ich begreife diese Ornamentik als emotionalen Speicher. Durch Strategien der Überlastung, Verschiebung und Dekonstruktion störe ich die scheinbare Ordnung der Motive, um die inhärenten Spannungen zwischen systemischer Anpassung und psychischer Überforderung offenzulegen.

Die Suche nach organischen Strukturen (insbesondere Faltenformationen) dient als Metapher für das Verhältnis zwischen Anpassung und Ausbruch. Obwohl die resultierende Draperie räumlich ist und jenseits klassischer Leinwandformate operiert, begreife ich sie grundlegend als gestische Malerei. Aktuell fokussiert sich meine Recherche auf die Ambivalenz der Romantisierung als Schutzschicht: Inwieweit fungiert die Ästhetisierung von Geschichte als Überlebensmechanismus, und welche Einschreibungen von Abhängigkeit und Selbstentmündigung werden darin sichtbar?