Zur Startseite

Zipora Rafaelov

Bild der Teilnehmerin Zipora Rafaelov

DayDream #772025 · Kunststoff · 68 x 37 x 51 cm

Skulptur · Installation · Zeichnung
19./20. September
Kunstpunkt 144

Höherweg 271
Ateliers Höherweg e.V.
zur Karte

rafaelov.com
instagram.com/zipora_rafaelov
zipora@rafaelov.com
Tel. 0157.72 16 98 44

zu Gast bei Ansgar Skiba

ZIPORA RAFAELOV – DAS ZEICHNEN IM RAUM

Die dreidimensionalen Skulpturen von Zipora Rafaelov revolutionieren den Begriff der Plastizität, indem sie das klassische Medium der Zeichnung direkt in den Raum übersetzen. Gefertigt aus Kunststoff-Filament – oft Schicht für Schicht mit einem 3D-Stift gezeichnet –, brechen diese Kunstwerke mit der traditionellen Schwere und Masse klassischer Bildhauerei. Sie präsentieren sich stattdessen als ephemere, schwebende Gespinste von radikaler Fragilität.

Im Zentrum dieses dreidimensionalen Werks steht die Emanzipation der Linie. Was auf dem Papier flach bleibt, entfaltet hier ein physisches Eigenleben. Die Künstlerin webt komplexe, netzartige Strukturen, in denen sich figurative Motive, florale Ornamente und kulturhistorische Symbole miteinander verflechten. Durch den vollständigen Verzicht auf Farbe fokussiert sich die Ästhetik ganz auf die Dualität von Material und Leere. Die Skulptur besteht zu einem großen Teil aus dem Raum, den sie umschließt und freilässt.

Ihre vollendete, dynamische Wirkung entfaltet die 3D-Plastik jedoch erst im Dialog mit dem Licht. Das Zusammenspiel von präziser Ausleuchtung und der filigranen Kunststoffstruktur wirft ein komplexes, vergrößertes Abbild an die Umgebung. Dieser Schattenwurf fungiert als eine zweite, immaterielle und virtuelle Skulptur an der Wand. Er verändert sich mit jedem Wechsel des Lichteinfalls und der Betrachterperspektive.

Damit hebt Rafaelov die Grenze zwischen Realität und Illusion auf: Das physische Objekt im Raum und sein flüchtiger Schatten verschmelzen zu einer untrennbaren Einheit. Ihre dreidimensionalen Arbeiten sind somit keine starren Monumente, sondern lebendige, poetische Raumzeichnungen. Sie laden das Publikum dazu ein, das feine Zusammenspiel von Präsenz und Absenz, von greifbarer Struktur und reinem Licht zu reflektieren.